mit Pauline

von den Mountainreporters

unterwegsauf dem Westweg!

Tourenplanung

1. Tag: Wanderung von Dobel nach Forbach - 26,3 km, 547 m Aufstieg und 971 m Abstieg

Die Etappe zeigt an einem Tag die typischen Landschaften des Nordschwarzwaldes: rauschende Nadelwälder, großartige Aussichten, moorige Bergkuppen und tief eingeschnittene Flusstäler. Der bedächtige Anstieg von Dobel zum Kaltenbronn ist garniert mit zahlreichen Aussichten, die meistens der Wucht des Orkans Lothar (Weihnachten 1999) zu verdanken sind. Eines der Highlights der Etappe ist der  Hohloh-See, ein kleiner Hochmoorsee. Über steile, felsige Pfade steigt der Weg vorbei am Latschigfelsen hinab in das wilde Murgtal nach Forbach.

 

2. Tag: Wanderung von Forbach nach Unterstmatt - 19,6 km, 1.079 Aufstieg und 459 m Abstieg

Der Schwarzwald-Hauptkamm ruft! Über Badener Höhe und Hochkopf stößt der Westweg auf seiner dritten Etappe in die höchsten Regionen des Nordschwarzwaldes vor. Das Klima wird spürbar rauer, die Berge steiler und die Wege knorriger. Verwunschen liegt der Herrenwieser See von Märchenwald umgeben. Und entlang der Schwarzwaldhochstraße kommt der Westweg in Topform – mit Aussicht ins Rheintal.

Unterwegs biete sich die Möglichkeit im Freizeitzentrum Mehliskopf mit der Bobbahn zu fahren, den Klettergarten zu erobern oder mit Downhill-Carts den Hang hinunter zu flitzen.

Mein Wochenendausflug

Der Westweg gibt es seit 1900 und ist insgesamt 285 Kilometer lang. Die Route beginnt in Pforzheim und endet in Basel, Schweiz. Ich selbst reise nach Forbach, wo die dritte Etappe beginnt. Der Schwarzwald ist mit dem Zug gut zu erreichen. Ich steige morgens kur nach acht im ICE Basel im Amsterdamer Hauptbahnhof ein, und um 13 Uhr bin ich in Karlsruhe.

Ich beschließe, den schönen Nachmittag hier zu verbringen und erst am Abend in Richtung Forbach zu fahren. Vor allem im Stadtpark hinter dem berühmten Schloss ist es wunderschön. Ich treffe einen Freund, der heute zufällig in Karlsruhe ist, und geniesse den Tag bei einem Bier auf der Terrasse. Danach reise ich weiter mit der S-Bahn zu meinem Endziel. Da Süddeutschland gut mit dem Zug erreichbar ist, ist auch einen Kurzurlaub auf dem Westweg mit einer oder ein paar Wanderetappen während eines Wochenendurlaubs gut möglich.

 

Der erste Tag

Ursprünglich war geplant, zwei Etappen des Westweges zu laufen. In Dobel, am Ende der ersten und am Anfang der zweiten Etappe, wollte ich im Baumzelt schlafen. Das war genau mein Ding! Leider hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht, und das Zelt durfte nicht aufgebaut werden. Aus diesem Grund reise ich direkt nach Forbach, um die Gegend am ersten Tag zu erkunden.

Ich treffe eine Freundin, die in Baden-Württemberg lebt und wir verbringen den Tag gemeinsam. Heute beginnen wir mit einer Wanderung durch das Flussbett. Um in den Fluss zu gelangen, müssen wir uns von einer Brücke abseilen.

 

Am Fluss über die Felsen

Ich bin selbst ein ziemlich erfahrener Wanderer, aber etwas weniger geschickt beim Klettern und Bergsteigen. Und genau das werden wir hier tun. Wir machen diese Tour mit einem Führer und einer ziemlich großen Gruppe. Fast alle kommen aus Deutschland. Mit Ausnahme des Abseilens kann man diese Wanderung auch alleine machen. Ohne nasse Füße kommen wir am Endpunkt an, obwohl das Handy eines der Teilnehmer ein Bad im Fluss nicht überlebt hat...

Rafting oder Etappe 2?

Am Nachmittag steht eigentlich Rafting auf dem Programm. Aber da der Fluss nur wenig Wasser führt, machen wir lieber noch eine Wanderung. Wir wandern ein Teil der 2. Etappe des Westweges, aber dann in umgekehrter Richtung. Eine gute Wahl, wie sich herausstellt. Wir klettern ziemlich viel, werden dafür aber mit einer Aussicht auf das Tal belohnt.

Geschafft!

Wir wandern hinauf zum Latschigfelsen, wo wir in der Hütte eine Pause einlegen und weit ins Tal schauen können. Unterwegs treffen wir regelmäßig andere Wanderer, mit denen wir uns ab und zu unterhalten. Wir laufen insgesamt etwa acht Kilometer und 420 Höhenmeter, wir haben also viel Zeit.

Eine Pause bei der Hexe

Wir drehen uns um und gehen den gleichen Weg zurück. Der letzte Teil dieser Wanderung erweist sich auch als Teil einer anderen Wanderung, bei der die Legenden der Region im Mittelpunkt stehen. Nicht umsonst hält diese Hexe an der Quelle Wache.

Danach suchen wir uns eine Terrasse für ein Bier. Es muss gesagt werden: Es ist nicht einfach in Forbach eine wirklich gemütliche Terrasse  zu finden. Wir setzen uns bei der Pizzeria am Bahnhof, deren Besitzer freundlich ist, aber die Umgebung ist genau so, wie man es von einer Pizzeria am Bahnhof erwartet.

Mit Ausnahme des freundlichen Herrn der Pizzeria - aber er ist Italiener - wirken die Bewohner dieser Region eher kurz angebunden. Meine Freundin, die seit Jahren hier lebt, erzählt, dass die Menschen absolut nicht unfreundlich sind, aber man muss die mürrische Art durchschauen. Ein guter Tipp, den ich mir in den kommenden Tagen noch einige Male zu Herzen nehmen werde.

Eine weitere Ausnahme ist das Hotel, in dem ich übernachte im Hotel am Mühlbach. Die Besitzer sind sehr nett und tun alles, damit ich mich wie zu Hause fühle. Es ist nicht ganz zufällig, dass keiner von ihnen aus dieser Region stammt. Wir unterhalten uns nett, und ich darf mir Getränke und Snacks aus dem Kühlschrank holen, wenn ich auf einen Zettel schreibe, was ich nehme. Selbst am Abend ist es noch warm und ich trinke meinen Wein auf meinem eigenen Balkon. Dieses Hotel ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn du in Forbach übernachtest.

 

Beginn von Etappe 3

Die dritte Etappe beginnt an dem Tor, an dem wir am Vortag geendet sind. Obwohl die Route fast an meinem Hotel vorbeiführt, laufe ich zum offiziellen Start der Tour zurück. Natürlich will ich die volle Kilometerzahl gehen!

Bei Forbach bergauf

Vom Tor aus geht man ein Stück parallel zur Eisenbahn und hat einen schönen Blick auf das Dorf Forbach. Etwas weiter sieht man die alte überdachte Holzbrücke. Man wandert noch ein wenig durch das Dorf, bevor man beginnt, etliche Höhenmeter zu steigen.

Ein letzter Blick auf das Tal

Nach einer letzten Bank mit Blick auf das Tal tauche ich in den Wald ein. Sofort ist es hier schön ruhig, und man geht im Zickzack immer weiter nach oben. Oben angekommen trifft man auf die Wegscheidhütte, eine Schutzhütte, in der man übernachten kann. Ich weiß nicht genau, wie das funktioniert, aber die Jungen, die ihre Schlafsäcke draußen über den Baumstamm gehängt haben, scheinen es ausprobiert zu haben.

Blick auf die Schwarzenbachtalsperre

Die Route verläuft entlang eines Stausees, und ab der Hälfte der Strecke kann man in der Ferne Menschen in Booten und auf SUPs sehen. Ich würde im Moment gerne mit ihnen tauschen, denn es ist noch weit vor 12 Uhr und die Temperatur hat bereits 25 Grad erreicht. Wenn ich - mit all meinen Fotostops unterweg - diese 19 Kilometer in absehbarer Zeit zurückgelegt haben will, muss ich leider weiterlaufen!

Und hopp, wieder nach oben!

Insgesamt hat diese Etappe fast 1100 Höhenmeter. Und die habe ich noch nicht hinter mir gebracht, also beginnt der Weg wieder anzusteigen. Von mehreren Punkten aus hat man einen Blick auf das Wasser, an dem ich gerade vorbeigelaufen bin. Augenblicke später ist es nichts weiter als ein Fleck in der Ferne.

Der Friedrichsturm auf der Badener Höhe

Der am besten erkennbaren Punkt und etwa auf halber Strecke ist die Badener Höhe (1002 m). Übrigens noch nicht der höchste Punkt dieser Etappe, dieser gibt es erst ganz am Ende. Aber man kann hier einige zusätzliche Höhenmeter hinzufügen, indem man den Turm besteigt. Natürlich mache ich das auch.

Besuche unbedingt das Naturfreundehaus

Obwohl ich ein Lunchpaket dabei habe, mache ich auch einen Zwischenstopp im Naturfreundehaus. Ein absolutes Muss! Dieses ökologische und lokale Restaurant bietet eine köstliche Speisekarte und zwei schöne Terrassen. Es liegt direkt am Westweg, aber etwas weiter von der Zivilisation entfernt, was es weniger überfüllt macht als die Restaurants, die man später trifft und die direkt an der Straße liegen. Übrigens kann man dort auch übernachten.

Hundseck: Skigebiet im Sommer

Auf den Hügeln, durch die man wandert, wird im Winter Ski gefahren. Dies ist leicht an den Skipisten und Liften zu erkennen, aber auch an den Restaurants am Fuße der Pisten, wo man im Winter mit Skischuhen spazieren gehen kann. Jetzt hat es 27 Grad und erinnert nichts mehr an Wintersport.

Nur noch eine kleine Strecke!

Von hier aus geht es wieder nach oben. Ich hatte ja schon gesagt, dass der heutige Höhepunkt noch bevorsteht. Nachdem ich da letzte Stück hinaufgegangen bin, befinde ich mich plötzlich in einer völlig anderen Landschaft. Es gibt keine Bäume mehr, aber ich komme auf ein Plateau voller Heideflächen. Wow, was für ein cooler Anblick!

Challenge: Finde die Geschichte des Westweges

Weil der Westweg so alt ist, habe ich eine Challenge mit auf dem Weg bekommen. Kann ich unterwegs Spuren der Geschichte des Westweges finden? Nun, das war keine sehr schwierige Aufgabe. Die Geschichte ist überall auf dem Weg sichtbar, und in einigen Fällen sogar buchstäblich. Schaue doch mal selber.

Zeit für ein Bier auf der Terrasse

Vom höchsten Punkt in 1036 Metern Höhe ist es nur noch ein Kilometer bis zum Endpunkt. Da es jetzt bergabwärts geht bin ich im Handumdrehen am Ziel. Leider habe ich den Stempelpost für einen echten Westweg-Stempel für meine Stempelkarte nicht gefunden, aber das soll den Spaß nicht verderben. Ein erfrischendes Bier auf der Terrasse ist ein würdiger Ersatz! Mit vielen Kilometern in den Beinen war dies ein großartiger Tag.

Hoppla, heute ist Montag!

Am Montagmorgen wache ich in einer ruhigen und stillen Unterstmatt auf. Es stellt sich heraus, dass Montag Ruhetag ist. Und das nehmen sie sehr wörtlich: Selbst der Bus fährt hier am Montag nicht! Damit hatte ich nicht gerechnet...

Also muss ich zur nächsten Bushaltestelle laufen. Hier bin ich gestern auch schon vorbeigelaufen; also auf gehts. Unerwarteter Vorteil: Ich mache ein schönes Bild vom Friedrichsturm in der Ferne, ein Motiv, das ich gestern nicht gesehen habe. Nach einem Spaziergang von etwa sechs Kilometern nehme ich den Bus von Sand aus zum Bahnhof. Zurück nach Amsterdam!

 

Hier geht es zu den Mountainreporters!